Lana Del Rey – Born To Die
Album Review

Lana Del Rey with US Flag

Die wohl meistgehypte Künstlerin des letzten Jahres – Lana Del Rey – betritt die Musikbühne nun endlich mit einem ganzen Album im Gepäck. Bisher kannte man nur einzelne Songs und musste sich auf ihre früheren, unbekannteren Tage als Elizabeth “Lizzy” Grant berufen um ihr Werk zu beurteilen. Doch genau das war zum Glück nicht möglich, denn mit der Erschaffung Lana Del Reys prägte sie ihren persönlichen Stil neu. Nach den Super 8 Videos zu Video Games und Blue Jeans setzte sie ihren Erfolg mit Born to Die fort und heizte den Hype kontinuierlich an. Zu Recht, denn wenn sie “It’s you, it’s you, it’s all for you – Everything I do” ins Mikrofon hauchte fielen ihr nicht nur Männerherzen zum Opfer. Mit ihren Auftritten, dem Erfolg erst beim zweiten Versuch und einem mächtigen Label im Rücken mehrten sich zuletzt auch kritische Stimmen. Es wurde Zeit hinter die Fassade der ersten Berichterstattung zu schauen und das ist mit ihrem Album Born To Die nun endlich möglich. Im folgenden Review möchte ich mich zum Album äußern und einen Blick in die Glaskugel werfen um eine Prognose für die Zukunft abzugeben.

Lana Del Rey Born To Die Album Cover

Nach ihren Liveauftritten und ersten Meinungen konnte man schon einen gewissen “Faible für Hip-Hop” vermuten. In ihren bisherigen Singles hat sich das nicht sonderlich bestätigt, doch im INTRO #199 las ich von Eminem und The Notorious B.I.G. Das macht nicht nur Sinn, sondern gefällt mir ausgesprochen gut. Im Album stellt das einen gewissen Bruch dar, der es aber äußerst abwechslungsreich macht wenn nach Born to Die die Nummer Off to the Races folgt. Diet Mountain Dew gehörte im Vorfeld zu den von mir am meisten erwarteten Songs und überzeugt mich weiterhin. Die Kombination aus Elizabeths klarer Stimme und simplen Beats macht ihn zu meinem Highlight des Albums. Mit National Anthem geht es musikalisch weiter, doch schon in Dark Paradise und Radio wird klar wie großartig und geradlinig guter Pop sein kann. Carmen gefällt mir hingegen trotz feinem Gesang nicht sonderlich. In Million Dollar Man baut sie eine hollywoodreife Geschichte auf und verpackt sie in einer ruhigen Ballade. Der wohl feinste Popsound wird im Song Summertime Sadness gezeigt, welcher schon bei ihrem Auftritt im Bowery Ballroom NYC unglaublich catchy war. This Is What Makes Us Girls erzeugt den gleichen Effekt und lebt wieder vom Zusammenspiel der klaren Stimme, einer gut verpackten Story und ein wenig mehr Geschwindigkeit. Kurz: Diet Mountain Dew > Summertime Sadness > Blue Jeans. Soviel zu meinen persönlichen Favoriten.

Intro Magazine #199 Cover
Lana Del Reys Debütalbum Born To Die ist rundum gut, solide, eine logische Weiterführung ihrer ersten Auftritte und dennoch ganz klar auch von ihren Produzenten verfeinert. Doch das trifft sich gut, denn wir haben keine alternative Indie-Dame vor uns sondern die Persönlichkeit Elizabeth Grant. Wunderbarer Pop trifft sauber eingestreute Hip-Hop Einflüsse und umwerfende Songtexte. Klare Kaufempfehlung!

Ich fand einige Artikel der zuletzt geschriebenen Berichterstattung nicht fair. Vorwürfe ein Produkt der Plattenfirmen zu sein halte ich einfach für falsch. Selbstverständlich stilisiert man sie (vor allem durch die Medien) zur Ikone, doch diese “Außenansicht” widerlegt sie in meinen Augen regelmäßig mit ihren Interviews. Da tritt sie als völlig normal aufgewachsene Frau auf die für ihre Songs lebt. Da kann ich nicht an die PR-Kampagne im Hintergrund glauben. Das will und muss man auch nicht, denn Born To Die überzeugt mich von ihr. Besonders interessant wird es sobald man über die Zukunft dieser jungen Frau nachdenkt. Was kommt nach dem Album? Wird es eine Tour geben? Wie wird sie sich dabei schlagen? Muss es noch einmal einen so großen Hype geben um Erfolg zu haben? Kann man so einen Hype überhaupt ein zweites Mal erzeugen? Markus bringt die Kritik gut auf den Punkt. Ihr Auftritt bei Saturday Night Live war mehr als peinlich und doch möchte ich sie nicht als gefeierten Popstar, der grandios an sich selbst scheiterte abstempeln. Sie geht offen mit ihrer Schwäche für Bühnenauftritte um und das überzeugt mich. Dennoch wird es von nun an schwer, denn der erste Bonus ist verspielt. Ohne eine gelungene Tour wird sie sich nicht am Pophimmel festsetzen können und dafür muss ihre Liveperformance mächtig zulegen. Lana Del Rey ist keine neue Madonna und wird es auch nie werden. Sie sollte aber auch erst recht nicht das Bauernopfer der Presse oder der Spielball des Labels sein. Die nächsten Wochen werden zeigen in welche Richtung es mit Elizabeth gehen wird.

Wahrscheinlich sollten wir die Dame einfach machen lassen und uns dann eventuell an weiteren Highlights wie Video Games erfreuen. Auf die Frage ob wir hier Hype oder Talent sehen kann bisher keine Antwort gegeben werden, doch meine Einschätzung bleibt definitiv bei Talent.

Gottschalk Live
Der Showmaster versucht etwas Neues

Thomas Gottschalk kann es natürlich nicht lassen und ist nach seinem Abschied von Wetten dass..? zurück bei der ARD. Im Vorabendprogramm versucht er sich nun Montag bis Donnerstags ab 19.20 Uhr. Das ganze wird dann als “Wohlfühl-Halbestunde” vermarktet und nutzt – oh was für ein Wunder – natürlich ganz im 2.0 Stil jegliche Social Media Kanäle. Thomas (oder seine Redaktion) twittert und Facebook-Fan soll man unbedingt werden. Gottschalks radikale Neuerfindung mit entspannter Couchatmosphäre.

Gottschalk Live

Gerade eben lief seine erste Sendung und ich wage eine Einschätzung. Kurzum: nettes Vorabendprogramm. Michael “Bully” Herbig war der erste Showgast und es wird klar um was es geht. Lockeres Programm, Thomas gute Kontakte zu bekannten Personen verbunden mit einem angenehmen Gespräch. Das ist für mich Vorabend- und Neben-dem-Abendessen-Unterhaltung. Ich finde es gut, dass man nicht versucht die amerikanischen Late-Night-Shows erneut nach Deutschland zu bringen und es doch besser als das Morgenmagazin ist. Die künftige Themenauswahl wird entscheiden, ob das Format Zukunft hat und längerfristig durchhalten wird. Bis dahin kann man auch die holprigen Übergänge zur Werbung üben. Diese Einblendungen stören das Programm bisher noch unnötig, auch wenn der Split-Screen-Effekt ganz nett ist.

Eine gewisse Nähe wird über Soziale Netzwerke im Anschluss demonstiert, obwohl mir das während der Sendung nicht klar geworden ist. Ein “aber sah Scheisse aus, oder?” Kommentar in Bezug auf die weißen Hausschuhe kommt immer gut an, wenn er im Chat nach der Sendung geschrieben wird. Ich bin gespannt wie und vor allem mit welchen Gästen es weitergehen wird. Gottschalk Live wird nichts was ich jeden Tag schauen müsste, oder überhaupt kann. Doch warum nicht einfach einschalten, wenn man sowieso Zeit hat. Nur ein wenig vom Egotrip muss der Showmaster noch runterkommen.

Foto via GottschalkLive auf Facebook

Coldplays “Mylo Xyloto” oder auch: Traurige Mittelmäßgkeit

Wie sehr hatte ich mich auf die Veröffentlichung des neuen Coldplay-Albums “Mylo Xyloto” gefreut. Schon Wochen vorher habe ich es mir über iTunes vorbestellt, sehnsüchtig hingefiebert und Freudensprünge gemacht, als ich es endlich in meiner Mediathek hatte.

Und dann kam die Ernüchterung.

Coldplay Mylo Xyloto Album Cover

14 Songs umfasst das Album, wobei 3 davon einfach nur unnötige Interludes darstellen und somit das Album letztendlich auf die 11 mittelmäßige Songs herabstuft. Mein Herz blutet mit jedem Mal hören ein bisschen mehr, man hat fast den Eindruck, Coldplay hat sich für den Mainstream verkauft. Ich bin mir teilweise sogar nicht mal mehr sicher, ob das wirklich Coldplay ist, was ich da höre oder einfach nur eine Gruppe, die es darauf anlegt, mit mittelmäßig bis schlechten Gute-Laune-Popsongs Erfolg zu haben. Alleine schon “featuring Rihanna” ist ein mittelgroßer Schock und in keinster Weise nachzuvollziehen. Wenn zwei Künstler es absolut nicht nötig haben sich gegenseitig zu pushen, mal abgesehen davon das sie einfach schlichtweg nicht zusammenpassen, musikalisch wie stimmlich, dann sind es diese beiden.

Ich frage mich wirklich, wo sie hin ist, diese Großartigkeit, die mich bei Liedern wie “The scientist” oder “Fix you” immer wieder von Neuem gepackt und mitgerissen hat, diese Tiefsinnigkeit und Melancholie seiner Worte und Stimme, perfekt unterlegt mit den zarten Tönen der Instrumente. Sie ist u.a. dem erschreckend katastrophalen Duett mit Rihanna gewichen, ebenso wie überhypten Synthesize-Pop-Mist, zu dem ich noch nicht mal in der örtlichen Dorfdisko tanzen würde, weil mein Herz sonst brechen würde. Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin Coldplay-Fan der ersten Stunde, des ersten Albums, des ersten Songs, der ersten Töne, die aus Chris Martins Mund kamen, war bis jetzt auf jedem Konzert, dass sie in meiner Heimatstadt zum Besten gegeben haben, scheißegal ob die Karte 80€ pro Stück gekostet hat, es war’s mir immer Wert, aber dieses neue Mainstream-Pop-Gedöns kann und will ich einfach nicht unterstützen und schon gar nicht für Gut heißen. Was sich auf “Viva la Vida” schon angebahnt hatte, dieses Abrutschen in den Chart-Pop, wird durch “Mylo Xyloto” leider gekrönt.

Es gibt kein Lied, das auch nur annähernd an die Gefühle, die Größe und die Perfektion herankommt, die auf den ersten drei Platten zu finden ist. Wie konnte man sich zu so einem flachen Album hinreißen lassen. Nach einmal Hören fehlt jegliche Motivation für das zweite Mal. Das ist Musik um nebenbei den Staub zu wischen und leider nicht um völlig in seinen Gedanken gefesselt nur irgendwo rumzuliegen und nicht weiter zu wissen. Man hofft bei jedem Song auf mehr, doch man hofft ein ganzes Album lang vergebens.

Wolf Gang – Suego Faults

Wolf Gang Suego Faults

Wolf Gang oder auch Max McElligott ist angeblich die nächste Indie-Pop Entdeckung aus England. Nicht nur dass er alle Instrumente des Albums selbst einspielt und damit seinen Liebe fürs musikalische Detail und die Hingabe zum Sound beweist. Er hat reichlich Tourerlebnisse gesammelt und stand als Vorband von Florence And The Machine oder The Naked And Famous auf der Bühne. Das Internet hypte ihn und deshalb haben wir uns sein Debütalbum Suego Faults genauer angeschaut.

Um alles etwas spannender zu machen, werden Tanja (linker Text) und ich (Text rechts) das Album unabhängig voneinander betrachten. Mal sehen was dabei herauskommt und ob man das in Zukunft öfters probieren sollte.

Eine richtige Einordnung für Wolf Gang will mir nicht gelingen. Indie-Power-Pop habe ich mal gelesen und die Stimmen vor Veröffentlichung des Albums sprachen von einem beinahe epischen Werk. Mit Lions In Cages und Stay and Defend hörte man wirklich gute Songs.

Schnell hypte das Internet (oder Wolf Gangs Presseabteilung) Max und es schwirrten Vergleiche mit MGMT und The Shins umher. Irgendwie erinnert The King And All Of His Men an den Sound von The Naked And Famous aus Neuseeland und jeder Vergleich mit Arcade Fire ist eigentlich eine Frechheit. Solche Gegenüberstellungen sollte man besser überhaupt nicht anstellen.

Doch was kann das Album nun wirklich? Die bisher angesprochenen Songs sind unglaublich gut. Eingängige Melodien, klare Stimme und das gewisse Etwas das einem im Takt wippen lässt. Ein “episches Album” muss für mich aber noch mehr können als gängige Indie-Hymnen herauszublasen und sich dabei musikalisch an den ein oder anderen Genrenachbarn anlehnen. Ich finde es nicht genial einige Kracher in eine sonst eher müde Scheibe zu packen. Das Album schwankt bei mir zwischen Euphorie und Langeweile.

An vielen Stellen wird ausschweifend musiziert und Klänge umspielen eher flache Texte. Das Gefühl Max möchte mehr in seine Lieder packen als sie rüberbringen können. Zumindest kommt mir das nach mehrmaligem Lauschen so vor. Während Wolf Gang zum ersten Mal begeistert gehört wurde, schläft Alles von Mal zu Mal ein. Da wird viel probiert, man versucht es jedem (Indie)Geschmack recht zu machen und schleift dabei alle Ecken und Kanten ab. Nichts was nun DIE Linie von Max McElligott sein soll und kann. Natürlich merkt man die britische Vorliebe für die 80s an, sieht an seiner Kleidung und der Videogestaltung die absolute Indie-Zugehörigkeit (wenn es so etwas wirklich geben sollte), aber ein “Ahh” und “Ohh” weniger hätte es ruhig sein können.

Ich würde Wolf Gang nicht als typisch überhyptes Album bezeichnen. Dafür sind einige der Songs einfach zu gut. Dazu zählt ganz klar auch Where Are You Now und Dancing With The Devil. Ein richtiger Kracher ist Suego Faults leider nicht. Irgendwie zu poppig, zu klar und geradlinig. Schade, denn nach den Single-Auskopplungen hat man natürlich die Hoffnung eben so einen zu finden.

Doch heutzutage müssen sich die neuen Künstler — zumindest bei mir — sowieso mit mehr als einem Album beweisen. Egal ob es nun Oh Land, The Naked And Famous oder eben auch Max McElligott ist. Genau dabei denke ich hat Max eine große Zukunft vor sich und auch wenn dieser Review etwas negativ klingen mag, mit einem schlechten Ausklang kann und darf man einen solchen Text nicht beenden. Es gab wundervolle Alben und grauenvolle und Suego Faults ist vielleicht kein Kracher, aber mit Potential nach weit oben. Immerhin sprechen wir hier vom Debut-Album eines tollen Musikers.

Wenn man den Namen Wolf Gang zum ersten Mal liest, muss man wohl zuallererst an eine Band denken. Aber Wolf Gang ist eigentlich gar keine Band, sondern das Ein-Mann-Projekt des 24-jährigen Briten Max McElligott, der mit „Suego Faults“ sein Debut-Album herausgebracht hat. Der durchgängige Sound dieser 13 Songs setzt sich aus den Hauptbestandteilen des Glam-Rock, Disco und Indie-Powerpop, gemischt mit etwaigen Melancholie-Einschlägen und einer ordentlichen Prise 80er-Nostalgie zusammen.

Der Opener „Lions In Cages“, vorab schon als Single veröffentlicht, klingt zuerst einmal vielversprechend, doch nach mehrmaligem hören schlägt dieses Szenario um und die massive Instrumentierung, Max’s Gesang in Kastraten-Höhe und ein Synthie-Beat, der an MGMT’s „Kids“ angelehnt ist, lassen den Song schnell zu einer zwar eingängig mitreißenden, jedoch recht herkömmlichen Indie-Hymne mutieren. Auch die beiden anderen, vorab veröffentlichten Singles „The King And All Of His Men” und „Dancing With The Devil“ erinnern nicht umsonst an den erfolgreichen The Naked and Famous-Sound: Ähnlich wie die Neuseeländer ist auch Wolf Gang den 80ern verpflichtet, setzt auf Pomp mit leicht verzerrten Gitarren, opulentem Synthie und hallentauglichen elektronischen Nuancen, jedoch sind diese beiden Songs an Kitsch nicht zu übertreffen. Es gleißt und hallt an allen Enden, das Konzept heißt Theatralik, jedoch ist dieses Konzept leider wieder nur ein halbgares.

Die zehn weiteren, bisher unveröffentlichten Songs gehen noch dazu ein wenig unter, obwohl sich darauf mit „Midnight dancers“ auch ein wunderschönes Alles-Wird-Gut-Lied befindet. Songs wie „Something Unusual“ sind dagegen nur füllendes Beiwerk, die kaum nachhaltigen Eindruck hinterlassen und sich dank eines Glocken-ähnlichen Geklimpers noch dazu wie ein mit Schneebedeckter Weihnachts-Lovesong anhören. Auch die ständige Wiederholung des Chorus in „Where Are You Now“ wirkt eher einfallslos. In „Nightflying“ und „Planets“ zeigt er jedoch, dass er auch über die Dauer eines üblichen Popsongs hinaus Stimmung verbreiten kann und sich ein wenig experimentell austobt, ohne jedoch auch Entspannungsmomente, wie im Titelstück „Suego Faults“, zu vernachlässigen.

Man hört dem Album deutlich an, dass Max McElligott mit seinem Debut-Album experimentieren wollte und die gesamte Klangpalette durchprobiert hat. Auch zieht sich das Pendeln zwischen der Anziehung außergewöhnlicher Momente und dem Bedienen konventioneller Schemata durch die komplette Platte, klingt an einigen Stellen wie eine optimistische Version von Band of Horses und erinnert dank der Synthie-Klänge eben an erwähnte Bands wie The Naked And Famous oder MGMT, aber nichts desto trotz ist „Suego Faults“ alles in allem ein gutes Pop-Album, dass nun mal an oben erwähnte Referenzkünstler erinnert, sich allerdings auch nicht dahinter verstecken muss. Wolf Gang hat das Genre vielleicht nicht neu erfunden, darf jedoch gerne dort Platz nehmen, denn die eingängigen Indierock-Nummern gehen dem Hörer trotz aller Kritik ins Ohr und bleiben dort auch eine ganze Weile hängen und ich bin mir sicher, dass wir seine Musik in nächster Zeit noch häufiger im Radio hören werden, denn dort gehört sie hin.


Frida Gold: Mit nur einem Album sollte man erst recht wissen wann Schluss ist

Energy München lud mal wieder zur Live Session ein und dieses Mal dabei: Frida Gold. Meine zweite Teilnahme am Gewinnspiel und wieder gewonnen. Danke dafür! Also ging es völlig unbedarf ins BMW Museum um sich überraschen zu lassen. Die Location ist eine absolute Empfehlung. Wunderbarer Ort, angenehme Akustik und mal etwas anderes. Wir genossen den Abstand und Blick von der Empore aus.

Frida Gold kannte ich quasi überhaupt nicht. Einzig und allein durch die Frauen Fußball Weltmeisterschaft (#FrauenWM) schwirrte dieses “Wovon sollen wir träumen” durch meinen Kopf. Deutschsprachiger Musik bin ich zwar nicht unvoreingenommen gegenübergestellt, doch ich bin ja für beinahe alles offen solange es umsonst ist.

Musikalisch ist Frida Gold nicht mein Fall. Eine Mischung aus ruhigen Liedern, mitunter mit Power vorgetragen und das ein oder andere elektronische Element dabei. Ist okay, aber eher Radiomusik. Deutschsprachig halt. Live-Elemente mitunter witzig vorgetragen. So erinnerte das Rumgetrommel der Frontfrau ein wenig an The Ting Tings und ihr Blas-Keyboard-Irgendwas an die Instrumentauswahl von Oh Land. Stimmungstechnisch waren sie gut dabei. Dem Publikum gefiel es und die sonst eher ruhigen Münchner Gäste hatten Spaß.

Interaktion mit den Zuhörern ist als Newcomer-Band immer kritisch. Frida Gold machte das wirklich charmant. Einer gutaussehenden Frau sind die Männer eben immer zugeneigt und die Frauen catcht man mit neuen roten Schuhen und dem Gekicher und Theater was man um diese bastelt. Leider hatte ich das Gefühl, dass einige Szenen/Aktionen einstudiert waren. Bei aller Lockerheit die man versuchte an den Tag zu legen war das mitunter ein komisches Durcheinander von Spontanität und eben dem einen Gekicher zu viel.
Mit einer wirren “wir müssen jetzt mal alle was zusammen machen”-Publikumsbegeisterungsaktion war es mir dann aber zu viel. Polonaise durch die BMW Welt und die Frontdame singend vorweg.. Okay, das muss nun wirklich nicht sein.

Das Konzert hatte eine angenehme Länge, aber die Band hat das Ende verpasst! Man sollte aufhören wenn es am Schönsten ist, doch Frida Gold hatte sich in den Kopf gesetzt ihre zwei Main-Songs “Wovon sollen wir träumen” und “Zeig mir wie du tanzt” unbedingt noch ein zweites Mal spielen zu müssen. Ich hätte es ja verstanden, wenn man die Ekstase für einen weiteren Tanzssong nutzt, aber doch nicht nur weil man keine neuen / weiteren Songs hat, das selbe noch einmal spielen? Danke nein!

Frida Gold hat es bei unserer Bewertung nicht leicht. Mit Charme und Stimmung liefern sie ein gutes Konzert in München, doch am Finish muss man noch arbeiten. So sieht zumindest unser versnobbtes Feedback aus. Umsonst sehr gern, aber Eintritt zahlen ist dafür nichts für mich.

Frida Gold München BMW Welt
Frida Gold München BMW Welt
Frida Gold München BMW Welt

Fluch der Karibik 4 ..eher so blabla

Nachdem ich nun hier und hier wieder auf Fluch der Karibik 4 aufmerksam wurde und den Film ja eigentlich schon vor weit mehr als einer Woche im Kino gesehen habe, wurde es Zeit für den überfälligen Kurzreview.

Sonntags geht man bei gutem Wetter eigentlich nicht ins Kino, aber Regen hatte sich angekündigt und so ging es nach einem Brunch ins tolle Cinema München um Johnny Depp und natürlich auch Penélope Cruz im neuesten Teil der Pirates of the Caribbean Geschichte zu sehen.

Fluch der Karibik 4 in 3D München

Die ersten beiden Teile fand ich recht gut, danach wurde es schwach und ich konnte mir nicht recht vorstellen, wie es ohne Orlando Bloom und Keira Knightley weitergehen sollte. Das Dreiergespann war für mich immer der Aufhänger der ganzen Geschichte und nicht nur die wirren Abenteuer rund um Captain Jack Sparrow.
Nun ging es also darum den Jungbrunnen zu finden, singenden Meerjungfrauen zu begegnen und eine kleine Lovestory zu verpacken. Witzige Idee, aber kein Meistwerk. Immerhin Barbossa gefiel wirklich gut und von der übrigen schauspielerischen Leistung ist Johnny Depp wie immer zu loben. Der scheint mit Jack Sparrow seine Lieblingsrolle gefunden zu haben, doch die Storywriter müssen sich in Zukunft mehr anstrengen.

Im Rückblick muss ich sagen: 10€ am Sonntagmittag gehen in Ordnung. Trotz “3D-Vorführung” sieht man davon nicht so viel. Das ist angenehm und würde der Handlung mehr Platz einräumen. Geschichte ist immer besser als 3D-Effekte. Schade dass daraus nichts gemacht wurde. Vielleicht wäre es besser Fluch der Karibik nun einzumotten und nicht immer und immer wieder einen weiteren Ausblick auf künftige Filme zu geben. Orlando und Keira haben mit ihrem Austritt den richtigen Schritt gemacht.

Fluch der Karibik 4
Achja, Mónica Cruz musste kurzzeitig ihre Schwester Penélope doublen, denn die war Schwanger. Aufgefallen ist es nur weil man es vorher wusste. Witzige Idee, dachte die beiden spielen sonst nur im Musikvideo ihres Bruders zusammen. Den Abspann sollte man übrigens wieder einmal abwarten, denn ganz ganz am Ende kommt noch eine lustige Szene.

Crystal Fighters im Atomic Cafe München

Crystal Fighters zu Gast im Atomic Cafe München. Das heißt im Klartext: abgedrehte Künstler, geniale Musik und eine unglaubliche Liveshow die beinahe einem Happening glich.

Meine Entdeckung dieser Band ist genauso wenig nachvollziehbar wie das schiere Durchdrehen des Frontmanns und eine tolle Showperformance. Man denkt sich ständig “ganz normal kann das nicht zugehen bei ihm”, aber genau diese Inszenierung vermittelt den Charme der Crystal Fighters. Angeblich gründet sich der Name auf die Oper eines Großvaters der Mitglieder, doch ob sie nun spanische Wurzeln haben (selbst Wikipedia behauptet das nur), oder wo sie wirklich herkommen weiß niemand.

Mit unglaublich viel Energie brachten sie das Atomic Cafe zum Kochen. Das Publikum ging zum sehr gut abgemischten Sound von Anfang an ab und machte den Abend zu einem großartigen Event. Das Konzert dauerte in etwa eine Stunde und beglückte uns mit den Songs aus ihrem Debütalbum Star of Love. Man muss wohl nicht erwähnen, dass ihre Liveperformance ein ganzes Stück schneller ist als auf der CD und beinahe alle Songs die Stimmung mehr und mehr einheizen konnten. Besonders zu erwähnen sind hier natürlich I Love London, Follow, Plage, At Home, Swallow und With You. Einen ganz besonderen Eindruck hat aber In The Summer bei mir hinterlassen. Diese sonst eher unterschätze Nummer ist beim Crystal Fighters Konzert ein Kracher gewesen!

Crystal Fighters Atomic
Crystal Fighters Atomic
Crystal Fighters Atomic
Crystal Fighters Atomic
Crystal Fighters Atomic
Crystal Fighters Atomic
Crystal Fighters Atomic

Und natürlich konnten wir etwas Smalltalk mit der Band halten und unsere Konzertkarten signieren lassen. Klasse Konzert mit cooler Musik und netten Künstlern. Jederzeit wieder!

Crystal Fighters Autogramme

Reinhören, Spaß haben und den nächsten Auftritt nutzen um sich selbst Karten zu besorgen.

Lykke Li in der Muffathalle München

Lykke Li bildete den wunderbaren Abschluss der 3 Wochen, 3 Konzerte Serie in der ausverkauften Muffathalle am letzten Mittwoch. Zwar begann der Abend mit einer etwas gestressten Anreise, aber anstatt des typischen Konzertbesuchs war es eine gemütliche Männerrunde. Zumindest bei uns, denn das übrige Publikum waren eher junge, äußerst attraktive Indie-Damen – und wir mittendrin – mit einem kühlen Getränk in der Hand.

Noch nie zuvor hatte ich einen Auftritt von Lykke Li gesehen und umso gespannter war ich. Die Befürchtungen, dass das äußerst ruhige Album Wounded Rhymes eher zu einer Schlaftablette für das Konzert wird, bestätigten sich nicht. Die Schwedin mit der Zauberstimme rockte richtig los und was wir hörten war eher Electro, harte Bässe, Gitarren und dazwischen eine Engelsstimme im schwarzen Mantel. Eine dunkle Bühne, viel Nebel, Blitzlicht und lange Stoffschals die von der Decke hingen in die sie sich öfters einwickelte und schon ging es mit Jerome als ersten Song los. Der Sound war klasse und wir genossen das Konzert vom Hintergrund aus. Wie gesagt: Männerabend. Lykke Li klingt live genauso gut wie auf ihren zwei Alben Youth Novel und Wounded Rhymes. Das Publikum ging anständig mit und schaute im gleichen Atemzug fasziniert nach Vorn.

Jederzeit und am liebsten sofort würde ich mir das Konzert wieder anschauen. Fantastische Stimme, coole Bühnenshow, sehr gute Soundqualität und vergessen wir nicht das überaus attraktive Publikum. Die besten Livesongs waren natürlich auch Dance Dance Dance, Youth Knows No Pain, I Follow Rivers und Little Bit. Yay, ♥ Lykke Li.

Lykke Li München
Lykke Li München
Lykke Li München
Lykke Li München
Lykke Li München

The Sounds mit neuer Platte: Something To Die For

The Sounds sind seit unglaublichen 12 Jahren als schwedische Indieband unterwegs und bringen mit Something To Die For ihr nunmehr viertes Studioalbum auf den Markt. Für mich sind und bleiben die Sounds einfach ein Zeichen für energiegeladene Musik die immer wieder gern in irgendeiner Wiedergabeliste auftauchen darf.

The No No Song hat eine tolle Melodie und geht ins Ohr, Better Off Dead ist da schon mehr mit Electronic angehaucht und Diana erinnert mich irgendwie an Gloria von Mando Diao. Nicht unbedingt vom Sound, aber diesen Gedanken bekomme ich nicht aus dem Kopf. Something To Die For ist dann der typische The Sounds Sound, obwohl mir persönlich Yeah Yeah Yeah und The Best Of Me besser gefällt. Rundum aber ein tolles, wenn auch nicht außergewöhnliches Album. Achja, umso lauter man die Platte hört, umso besser wird sie!

Foto via iamhighvoltage

iPad 2: Hands-on und sinnvoll für die Uni?

Der Ansturm nach dem iPad 2 Release hat sich gelegt und ich konnte heute die Ruhe nach der Mittagszeit im Apple Store nutzen um mich näher mit dem neuesten Tablet zu beschäftigen. Schon Version 1 fand ich klasse, aber konnte mich nie vollständig zum Kauf verführen. Zum iPad 2 ist aber zu sagen, dass es wirklich noch besser geworden ist. Den Gewichtsverlust spürt man sofort und während ich beim Alten noch dachte: “puuh das will ich nicht den ganzen Tag in der Hand haben”, musste ich mich dazu durchringen das Neue wieder hinzulegen. Verarbeitung und Design sind fantastisch. Leider konnte ich diese neuen Smartcover nicht testen, aber die reine Funktionalität ist toll. Das Internet in der Hand halten.

Als Steve Jobs das Update verkündete, habe ich ernsthaft überlegt eines anzuschaffen. Der Grund: mein Macbook Pro kommt in die Jahre und 15 Zoll sind mir für den täglichen Einsatz in der Uni meistens zu groß. Also hieß es ran an das kleine silberne Ding und ausprobieren.

iPad 2 für Uni in München

Meine Anforderungen an ein mobiles Gerät mit dem ich den Alltag an der Universität meistern kann sehen ungefähr so aus:

  • klein und leicht, denn ich bin nicht bereit viel mit mir herumzutragen und das 15″ Macbook hat bewiesen, dass Größe und Gewicht alles sind
  • schnell im Sinne von schnell bereit um etwas mitzuschreiben, anzuschauen und dabei unkompliziert zu funktionieren. Etwas anderes als Apple kommt dadurch für mich nicht in Frage
  • Multitasking und gute Touch-Oberfläche, denn ich will das die aktiven Programme gut funktionieren und ich vernünftig arbeiten kann
  • keine Einschränkungen durch mangelnde Apps / Dokumentenunterstützung. Später mehr dazu.

Der interne Konkurrent für das iPad 2 wäre also ein Macbook Air. Ein Notebook im herkömmlichen Stil, also zum Aufklappen und mit vollwertiger Tastatur. Hier muss ich erstmal richtigstellen: alle Gedanken resultieren eventuell in längerfristigen Anschaffungen. Leider steht kein Goldstücke spuckender Esel vor meiner Tür.

In den Punkten klein, leicht und schnell kann das iPad 2 klar mithalten. Einige Spielereien im Apple Store und ausgiebiges Testen von Apps und Safari haben mir das bewiesen. Auch einige Notizen haben sich sehr flott schreiben lassen. Für mehr ist ein Computer während der Vorlesung sowieso nicht da. Meistens sitze ich mit den Powerpoint-Folien rum und ergänze nur. Multitasking ist möglich und die Touch-Funktionen laufen in Apple-Manier einwandfrei. Leider kommt hier das größte Problem ins Haus: wir programmieren im Studium, beschäftigen uns öfters mit wahnwitzigen Dingen und brauchen allerhand Tools. Sicher gibt es eine App für fast alles, aber Entwicklungsumgebungen sind eher rar und garantiert nicht effektiv benutzbar. Kurz gesagt: ein teurer Notizblock mit Spielfunktion. Natürlich rein aus der Sicht des fleißigen Studenten betrachtet. Zu Hause wären die Einsatzgebiete vielseitiger und ich würde alles für eine so geniale Plattform für den E-Mail-Verkehr geben. Mein zweites Problem: zu Hause weiterhin am alten Rechner arbeiten, denn das iPad ist kein vollständiger Ersatz.

Kurzum: ich werde kein iPad 2 für die Uni kaufen (und auch nicht mein Studentendasein dazu benutzen mir diese geniale Spielerei zuzulegen), sondern den Refresh vom iMac abwarten und weiterhin freudig in Richtung Macbook Air schauen.